Fischenich ist ein Stadtteil von Hürth. Der Ort liegt am Rande der Kölner Bucht am Villehang, südlich von Hermülheim und Kendenich sowie nördlich der Nachbarstadt Brühl. Das ehemalige Bauerndorf war bereits zur Römerzeit besiedelt und wurde 696 erstmals urkundlich erwähnt, als Plektrudis, Gemahlin von Pippin der Mittlere, dem Kölner Damenstift Maria im Kapitol Ländereien in Efferen, Fischenich und Stotzheim schenkte. Über die Hälfte der heute 5448 Einwohner sind katholisch.
Irgendwie stimmen die Proportionen der Pfarrkirche St. Martinus nicht. Der Turm erscheint zu klein und gedrungen, das Längsschiff dagegen zu lang und zu hoch. Es begann bereits schon um 500 bis gegen 1000 n.Chr., als in einem Weingarten des Kölner Damenstifts zunächst eine Kapelle und dann gegen Ende des 12. Jh. eine romanische dreischiffige Pfeilerbasilika errichtet wurde. Eine Urkunde belegt, dass es bereits 1316 in Fischenich eine Pfarrgemeinde gab. 1523 wurden die Seitenschiffe verlängert, 1728 der heutige Kirchturm errichtet. Er ist heute fast 300 Jahre alt.
Wegen der Bevölkerungsentwicklung wurde 1890 an Stelle der alten Kirche am gleichen Ort ein neues Gotteshaus im neugotischen Stil gebaut. Trotz zweier Kollekten, die Gemeinde war bettelarm, reichte das Geld aber nicht für einen neuen Kirchturm. Im Zusammenhang mit der Anschaffung von drei neuen Glocken wurde oberhalb des Mauerwerks 1929 eine neue hölzerne Glockenstube eingebaut. Und dadurch wirkt der alte Kirchturm heute zu niedrig und gedrungen. Die Kirche wurde 1973 bis 1975 um ein neues Querschiff erweitert und renoviert. Die vierte Glocke im Glockenstuhl ist sehr alt und aus dem Jahr 1430. Ein wahrscheinlich flämisches Bild aus dem 16./17. Jh. „Kreuzabnahme nach Rubens“ schmückt nach einer Restaurierung das westliche Seitenschiff.
Nachweislich mindestens seit 1736 bis zum heutigen Tag wird in Fischenich stets am Pfingstmontag eine Hagelprozession durch die Felder durchgeführt. Seit über Hundert Jahren gegen an den Kartagen die Messdiener morgens, mittags und abends durch den Ort und verkünden, weil „die Glocken nach Rom gefahren sind“, stattdessen mit Rasseln und Gesängen die Tageszeit. Das heutige Gemeindeleben ist nach wie vor lebendig und vielseitig.