Interview mit dem neunen leitenden Pfarrer:Willkommen Pfarrer Zasanski

Wie wollen Sie Menschen für die Katholische Kirche in Hürth begeistern?
Mir ist es ein großes Anliegen, für die Menschen nahbar zu sein, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und unseren gemeinsamen Glaubensweg aktiv mit den Mitgliedern der Gemeinde zu gestalten. Das persönliche Gespräch auf dem Kirchplatz, der direkte Kontakt und der Austausch im täglichen Leben sind mir ungemein wichtig. Dabei möchte ich die Menschen nicht an meine Person, sondern an Jesus Christus binden. Manchmal erfordert das von mir, vorauszugehen – besonders dann, wenn Sorgen und Ängste den Weg begleiten. Ein anderes Mal möchte ich bewusst am Ende gehen, um einfach Teil der Gemeinschaft zu sein. Wenn der Heilige Geist durch mich auf die Menschen wirken kann, habe ich mein Ziel erreicht.
Wie sehen Sie Katholisch in Hürth für 2030 aufgestellt, welche Vorbereitungen sind für eine mögliche Fusion zu treffen?

Die Kirche im Erzbistum Köln befindet sich in einer Phase des tiefgreifenden Wandels. Sie strukturiert sich um, um lebendig zu bleiben und gleichzeitig ihrer Kernmission treu zu sein. Das betrifft uns in Hürth ganz genauso. Deswegen ist es von zentraler Bedeutung, eine eigene, starke Identität zu entwickeln – eine Gemeinschaft, in der sich „Katholisch in Hürth“ (KiH) authentisch wiederfindet. Wir sind Hürther und wir sind katholisch. Mit diesem Bewusstsein können wir gemeinsam mutiger in die Zukunft blicken. Wir können voneinander lernen, uns gegenseitig begleiten und unterstützen. Ich bin von Herzen bereit, diesen Weg von „Katholisch in Hürth“ aktiv mitzugestalten.
Wie nehmen Sie als Mitwirkender der Öffentlichkeitsarbeit in Ihrer alten Pfarrei in Ratingen die Außendarstellung von Katholisch in Hürth wahr?

Die Website von „Katholisch in Hürth“ gefällt mir sehr gut; sie leistet einen wertvollen Beitrag zur Identitätsstiftung. Da KiH ursprünglich aus einer strukturellen Zusammenlegung von außen entstanden ist, bleibt die Entwicklung einer eigenen, inneren Identität – gerade auch im Hinblick auf eine mögliche Fusion – sehr wichtig. Die farbige Darstellung der einzelnen Kirchen in Form von Dreiecken und der dahinterstehende Gedanke „Wir sind bunt wie ein Kirchenfenster“ ist gestalterisch wie inhaltlich hervorragend gelungen. Auch der Pfarrbrief PERSPEKTIVE ist sehr ansprechend und bietet einen wunderbaren Einblick in das Leben der Kirchengemeinde. Die jüngste Ausgabe zeigt eindrucksvoll, wie lebendig die Caritas in Hürth ist und auf wie viele starke Kooperationspartner sie bereits bauen kann.
Welche Bedeutung haben soziale Medien für Sie?
Um ehrlich zu sein, nutze ich die sozialen Medien privat eher selten, und wenn, dann primär als Konsument und weniger als aktiver Akteur oder Influencer. Man kann über diese Kanäle zweifellos sehr viele Menschen erreichen – für mich steht dabei jedoch immer die Botschaft im Vordergrund, die vermittelt wird, und nicht die Selbstdarstellung der eigenen Person. Als ich erfahren habe, dass mein Weg mich nach Hürth führen wird, habe ich begonnen, die digitale Präsenz von „Katholisch in Hürth“ zu erkunden. Auch wenn Plattformen wie Instagram für mich Neuland sind, bin ich sehr gerne bereit, den Kanal von KiH zu unterstützen. Ich freue mich schon jetzt auf die Zusammenarbeit und die Gespräche mit dem Team der Öffentlichkeitsarbeit; sie werden mir sicher dabei helfen, ein passendes und stimmiges Format zu finden.
Was erfüllt Sie persönlich an Ihrem Beruf innerhalb der Katholischen Kirche?

Bei meiner Priesterweihe habe ich mich bewusst für diesen Primizspruch aus dem ersten Korintherbrief entschieden: „Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.“ (1 Kor 2,3–5). Genau das erfüllt mich: Die Begegnung mit den Menschen. Ich möchte die Frohe Botschaft mit den Gläubigen teilen – nicht durch bloße Überredungskunst, sondern durch den überzeugenden Zeugniswert von Gottes Geist und Kraft innerhalb einer lebendigen Gemeinschaft.
Pilgern Sie gerne?

In dem Priesterseminar meiner Heimat gibt es die wunderbare Tradition, fast 200 Kilometer zu Fuß nach Tschenstochau zu pilgern – an dieser eindrucksvollen Erfahrung durfte ich einmal teilnehmen. In meiner früheren Gemeinde in Ratingen sind wir zudem jedes Jahr vor Beginn der Sommerferien traditionell nach Kaiserswerth gewandert. Das war eine Strecke von etwa 12 Kilometern durch den Wald, die mir immer sehr gut gefallen hat. Heute gehe ich zwar insgesamt etwas weniger wandern, aber ich bin absolut offen und freue mich darauf, auch hier in Hürth an einer Pilgertour teilzunehmen.