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Die Kirche ist reich! :Was ist das Wertvollste für die Menschen heute?

Wir leben in einer Zeit der rasanten Veränderungen. Die Digitalisierung hat unseren Alltag revolutioniert und künstliche Intelligenz prägt zunehmend wie wir Informationen verarbeiten und miteinander kommunizieren. Viele Menschen fühlen sich trotz digitaler Vernetzung einsam, überfordert oder orientierungslos.
Von:
Diakon Hans-Jörg Ganslmeier
Fünf Bernsteinketten auf hölzernem Untergrund im Kreis angeordnet.

Auch die katholische Kirche ist im Umbruch. Manchmal fällt es uns schwer, sie wiederzuerkennen: Strukturen verändern sich, Pfarreien gehen in riesigen Verbänden auf, vertrauten Hauptamtlichen begegnet man nur noch selten. 
Stellt sich die Frage: Was hält uns eigentlich zusammen? Was gibt uns Beständigkeit und Heimat?

Gemeinschaft

Schmuck und Bekenntnis

Die Antwort liegt in einem Urgestein unseres Glaubens: Der doppelten Gemeinschaft. In Kirche geht es zuallererst um die Gemeinschaft mit Christus und genauso um die Gemeinschaft mit all jenen, die die Liebe zu ihm teilen. So war es auch bei den allerersten Christengemeinden. Für sie war kein bestimmter Ort wichtig. Sie hingen auch nicht an Mauern oder leblosen Steinen. Es gab nicht mal besonders ausgeprägte Traditionen. 

Die Gegenwart des Heiligen Geistes haben sie stattdessen dort gespürt, wo Menschen um Christus zusammenkamen. Mit Begeisterung haben sie ihr Leben geteilt und ihren Glauben mitgeteilt.
Diese Art von Gemeinschaft kann eigentlich auch in unserer Zeit und Welt eine vortreffliche Lebenshilfe und Kraftquelle sein.

Anders als in den sozialen Medien geht es nicht um Selbstdarstellung, um Leistungen oder um den Wahn, möglichst viel erleben oder sehen zu müssen, sondern unsere kirchlichen Kreise sind ein analoger Schutzraum in einer digitalen Leistungsgesellschaft. Letztere sortiert nach Alter, Status, Herkunft oder Erfolg. In Kirche aber hat jeder seinen Platz und seinen Wert, der sich von Christus und seiner Liebe zu uns Menschen her ergibt. 

Christliche Barrierefreiheit

Barrierefreiheit

Wahre christliche Gemeinschaft sollte daher barrierefrei sein - barrierefrei im Denken und im Herzen. Überall wo Menschen ganz unterschiedlicher Art zusammenkommen, ist es unsere Christenpflicht, Brückenbauer zu sein und interessiert am Mitmenschen. Eigentlich ist die Willkommenskultur im Erbgut der Christengemeinde, denn ein jeder von uns braucht das Gegenüber für eine vollständigere Gotteserfahrung. Klar, man kann für sich alleine beten und man kann Gott in der Stille der Natur erfahren, aber anders als oft behauptet, ist christlicher Glaube keine Privatsache. Er ist von seinem Wesen her auf Gemeinschaft angelegt: Jesus hat keine Einzelgänger berufen, sondern eine Gemeinschaft von Jüngerinnen und Jüngern.


Wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen. Wir brauchen das Gegenüber, um im Glauben zu wachsen. Wir brauchen das Lied des Nachbarn, das uns mitträgt, wenn wir selbst keine Stimme haben. Wir brauchen das Zeugnis der anderen, das unsere Zweifel auffängt. Ein jeder von uns braucht Gemeinschaft. Stark ist sie vor allem wenn sie über die alltäglichen Dinge hinaus, den Sinn und das Ziel des Lebens beinhaltet. Die christliche besteht sogar über dieses Leben und den Tod hinaus. 
Wir Christen und unsere Gemeinschaft haben eine hohe Relevanz für unsere Welt. Werden wir nicht müde - bieten wir sie unseren Mitmenschen immer wieder an!