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Gesegnete, behütete und tröstliche Zeit im November.:Vom Vergehen und Borgen der Hoffnung

Von:
Doris Wipperfürth

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Uhren schlagen seit wenigen Tagen wieder die Winterzeit. Die Sonne scheint in den Erholungsmodus gewechselt zu haben. Zur Arbeit, zur Schule, auch in die Kirche und dann wieder nach Hause spazieren wir auf Laubteppichen voller warmer Farben. Die Natur stimmt uns spürbar zum Nachdenken ein. Ihr Thema? Das Vergehen. Der Kreis des Lebens.

Der November gilt oft als ein stiller, fast dunkler Monat. Die Tage werden kürzer, der Nebel legt sich über die Straßen, und die Friedhöfe füllen sich bei den Gedenktagen mit Lichtern und Erinnerungen. Die Natur macht es uns vor: Sie lässt los, streift ihr altes Kleid ab und zieht sich zurück. Das erinnert uns unweigerlich an unsere eigene Vergänglichkeit und an die Menschen, die wir vermissen und die nicht mehr an unserer Seite sind. Trauer und Schmerz können sich in diesen Wochen besonders spürbar melden.

Doch die Natur zeigt uns nur die eine Hälfte der Wahrheit. Unter den bunten Laubteppichen veranlagt sich bereits leise neues Leben. Vergehen ist im Kreislauf des Lebens nie ein endloses Nichts, sondern immer auch der Raum für einen Neuanfang.

Gleich zu Beginn des Monats richtet das Fest Allerheiligen unseren Blick auf diesen Hoffnungshorizont. Wir feiern an diesem Tag nicht nur die großen, offiziell heiliggesprochenen Vorbilder der Kirche, sondern vor allem die unzähligen namenlosen Heiligen. Menschen, die im Stillen Gutes getan haben – und von denen wir hoffen, dass auch viele Verstorbene aus unseren eigenen Familien, Freundes- und Bekanntenkreisen dazugehören. Allerheiligen ist damit zugleich eine liebevolle Einladung an uns alle, selbst nach dieser alltäglichen Heiligkeit im eigenen Leben zu streben.

Am darauffolgenden Tag, an Allerseelen, weitet sich unser Herz noch einmal besonders für jene namenlosen Verstorbenen, an die niemand mehr denkt oder für die niemand mehr betet. Wir schließen sie bewusst in unser Gedenken und unsere Hoffnung ein.

Als Christinnen und Christen dürfen wir mit einer ganz besonderen Hoffnung durch diese dunklere Jahreszeit gehen: Unsere Abschiede und unsere Trauer sind nicht das letzte Wort. Unsere Toten sind bei Gott nicht vergessen, sondern geborgen. Das Leben ist keine Irrfahrt ins Ungewisse, sondern eine Heimkehr.

Herzlich lade ich Sie ein, diese Tage nicht allein zu verbringen, sondern Gemeinschaft im Glauben zu suchen. Wir laden Sie ganz herzlich zur Teilnahme an den zahlreichen Gottesdiensten in dieser Zeit ein. Den genauen liturgischen Plan und die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte unseren Pfarrmedien.

Möge dieser Monat Ihnen Raum geben – Raum zum Innehalten, zum Erinnern mit dankbarem Herzen, aber auch zum Durchatmen. Lassen Sie uns einander Lichtträger sein, wo die Tage dunkler werden, und darauf vertrauen, dass Gott uns hält, egal in welcher Jahreszeit unseres Lebens wir uns gerade befinden.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, behütete und tröstliche Zeit im November.

Herzlich,

Ihr und Euer Pfarrer Krzysztof Zasanski
Leitender Pfarrer im KGV in Hürth