Pressemitteilung 08.2026:„Liebe Leute lasst euch sagen: die Glocken sind nach Rom gefahren“
Hürth-Fischenich.
In den Hürther katholischen Kirchen schweigen zwischen dem Abend des Gründonnerstags und der Feier der Osternacht am Karsamstag die Glocken. Sie und auch die Kirchenorgel verstummen angesichts des Leidens und Sterbens Jesu. Einer weit verbreiteten Legende zufolge fliegen die Glocken und die Orgelpfeifen in der Zeit nach Rom und kehren zu Ostern zurück. Damit entfällt auch das Läuten der Glocken zu den festen Zeiten morgens, mittags und abends. Für viele Menschen – vor allem in früheren Zeiten – eine wichtige Orientierungshilfe im Tagesablauf. In Fischenich gibt es seit langer Zeit die Tradition, dass die Messdiener:innen das Läuten mit ihren Holzrasseln ersetzen. „Wir übernehmen den Job der Kirchenglocken von St. Martinus, bis die Glocken wieder läuten“, sagt Lara Maria Schüller. Als Messdienerleiterin organisiert sie zusammen mit den Kindern und Jugendlichen die alljährliche Rasselaktion. Das heißt für alle, die mitmachen: früh aufstehen und bei Wind und Wetter unterwegs sein. Denn an Karfreitag und Karsamstag geht es morgens um 6 Uhr bereits zum ersten Mal durch den Ort. Weitere Zeiten sind an Karfreitag um 12 Uhr und um 18 Uhr. Am Samstag verbinden sie die 2. Runde dann mit dem Sammeln von Ostereiern – als Dank für ihren Einsatz. Auch die ein oder andere Geldspende ist mit dabei, so dass später im Jahr ein Ausflug das Rasseln belohnt. Fischenich ist die einzige der katholischen Hürther Gemeinden, in der das Rasseln stattfindet. „Diese Tradition gibt es meines Wissens nur noch in Frechen-Königsdorf und im Vorgebirge“, erzählt Lara Maria Schüller. So erschallen in Fischenich dann wieder die Holzrasseln und die Kinder und Jugendlichen rufen: „Leev Lückche lot üch saare, de Jlocke sin nach Rom jefahre…“
Bildhinweis:
Im Anhang dieser E-Mail finden Sie das folgende Bildmaterial:
• Anhang 1 & 2: Rasseln in Fischenich © Messdiener Fischenich
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