Wort für die Woche

12.05.22, 14:00

„Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen“

Es ist eine große Ausnahme, wenn an zwei Sonntagen hintereinander der selbe Satz in der Lesung im Gottesdienst vorgelesen wird - wenn auch in unterschiedlichen Textzusammenhängen. Am letzten Sonntag und an diesem Sonntag hören wir aber zweimal den anfangs zitierten Satz, dass Gott unsere Tränen abwischt. Ein Satz mit Gewicht also und dazu noch eine wunderschöne, tröstliche Verheißung- gerade für unsere Zeit. Denn wie viele Tränen werden nicht heute geweint:

Tränen des Mitleids, wenn wir die schrecklichen Kriegsbilder aus der Ukraine sehen.

Tränen über körperliche oder seelische Schmerzen, unter denen wir vielleicht leiden.

Tränen, wenn wir um einen geliebten Menschen trauern.

Tränen, wenn wir uns verletzt oder überfordert fühlen.

Tränen bei Trennungen und Enttäuschungen.

Es gibt so viele Anlässe, Tränen zu vergießen. Viele verstecken allerdings ihre Tränen, weinen sie heimlich, weil es in unserer 'Spaßgesellschaft' und Leistungsgesellschaft nicht angesagt ist, zu weinen.

Und dabei ist es doch wichtig, auch zu weinen und der Traurigkeit Raum zu geben.

 

Wie gut tut es dann, wenn einer da ist, der meine Tränen abwischt. Kein Mensch kann die Trauer eines anderen einfach beseitigen. Aber wir können einander Ohr sein, in das der andere hineinweinen kann. Wir können zuhören, aushalten, einfach da sein. Gerade als Christen haben wir diesen Auftrag. Durch uns wischt Gott dann die Tränen ab.

 

Auch der Glaube an Gottes Nähe hilft vielen in ihrer Traurigkeit. Vor Gott können wir im Gebet immer unser Herz ausschütten. Schon das kann helfen, den Tränenfluß zum Versiegen zu bringen. Einmal aber – und darauf blicken die beiden Lesungen aus der Offenbarung des Johannes des letzten und dieses Sonntags – wird Gott für immer Kriege, Krankheit, Mühsal und Tod, alles, was uns heute noch weinen lassen, beseitigen, dann wenn es heißt: „Seht, ich mache alles neu!“ (Offb 21, 5).  

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

Severinusstraße 61-63
50354 Hürth | Hermülheim

Aktuelles

Wort für die Woche

12. Mai 2022, 14:00
Im Wort für die Woche spricht Pastor Dr. Stephan Kremer über Trauer.
Weiter lesen

Wort für die Woche

5. Mai 2022, 14:00
Im Wort für die Woche spricht Frau Richter über die Bedeutung der Gottesmutter Maria.
Weiter lesen

Social Media