Zeichensprache

30.05.20 12:00

Wir finden in der Bibel viele Stellen, in denen Zahlen vorkommen. Diese darf man aber nie wörtlich nehmen, sondern sie sind Platzhalter und Symbol zugleich. Zeichenhaft führen uns die Zahlen der biblischen Schriften in eine tiefere Bedeutung. Der Monat Mai beschäftigt sich deshalbmit der Aussagekraft der Zahlen.

Dreißig, Vierzig, Fünfzig

304050 (c) LimmerT

Multipliziert man die göttliche Zahl drei mit der himmlischen Zahl zehn, so erhält man die dreißig. Jesus war dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat (Vgl. Lk 3,23). König David begann im selben Alter zu regieren (Vgl. 2 Sam 5,4) und Josef stand mit dreißig Jahren vor dem Pharao (Gen 41,46). Die Zahl dreißig steht für die nötige Reife eines Menschen zu einem Dienst, den Gott für ihn vorgesehen hat.

 

Oftmals erwähnt die Bibel Zeitabschnitte, die mit vierzig angegeben werden. 

Vierzig Tage dauerte die Sintflut (Vgl. Gen 7,17), vierzig Tage verbrachte Mose auf dem Berg (Vgl. Ex 34,28), vierzig Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste (Vgl. Ex 16,35) und vierzig Tage hielt sich Jesus in der Wüste auf (Vgl. Mk 1,12f).

Im Kirchenjahr findet sich die Zahl vierzig an drei markanten Stellen wieder:

Von Weihnachten (25.12.) bis zum Fest Darstellung des Herrn (2.2.) sind es genau vierzig Tage. Ebenso lange dauert die Fastenzeit vor Ostern (die Sonntage werden nicht mitgezählt). Am vierzigsten Tag nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt. 

Vierzig bedeutet soviel wie „lange genug“, „ausreichend“ oder „genau richtig“. Anders ausgedrückt: Wenn ein Glas bis zum Eichstrich gefüllt ist, dann ist nicht zu viel und nicht zu wenig drin; dann ist „vierzig“ drin.

 

Fünfzig ist die Zahl der Befreiung, der Errettung und des Jubels. Die Arche Noah misst eine Breite von fünfzig (Befreiungs)Ellen. Laut Levitikus 25,10 soll das fünfzigste Jahr für heilig erklärt werden und als Jubeljahr gelten.

Fünfzig Tage nach Ostern sendet Jesus seinen Jüngern den Heiligen Geist. „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit (2 Kor 3,17).“ Gottes Geist befreit – das feiern wir am fünfzigsten Tag nach Ostern, an diesem Wochenende. Wir feiern das Pfingstfest.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben 
frohe und gesegnete Pfingsten.

Mit diesem Beitrag endet die Serie "Zeichensprache". Ich hoffe, Sie hatten viel Freude daran!

Zeichensprache beendet

Tanja Limmer (c) Katholisch in Hürth

Nachdem Gemeindereferentin Tanja Limmer seit Advent 2019 in ihren wöchentlichen Beitragen in Zeichen und Symbole unseres Glaubens eingeführt hat, endet mit dem Pfingstfest ihre Serie nicht ohne ein Wort des Dankes für die vielen Erläuterungen und so manchen "Aha-Effekt". Alle Blogbeiträge bleiben weiterhin downloadbar und helfen uns ganz im Sinne der Autorin, durch die Zeichen dem Geheimnis Gottes näher zu kommen und unseren Glauben bewusster zu erleben.

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

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50354 Hürth | Hermülheim

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