Wort für die Woche

09.09.21, 11:00

Viel geht, wenn Vertrauen geht!

Was geht? Das ist seit anderthalb Jahren in der Pandemie eine oft gestellte Frage. 
Bestimmungen müssen eingehalten werden, die die Politik erlässt. Dabei verlassen Politiker*innen sich (hoffentlich) zumeist auf die Aussagen der Wissenschaft, der sie vertrauen. Spannend ist dabei zu hören, wer hierbei wem vertraut. Vieles ging in den Lockdownzeiten nur noch im vertrauten Kreis und bei so manchen Dingen war es eine Vertrauensfrage, sich auf bestimmte Bedingungen einzulassen. Ende des Monats sind wir als Wahlvolk gefragt, wem wir in dieser krisengeschüttelten Zeit unser Land anvertrauen. Für viele gerät gerade dieses Wahlrecht zur Bürde, die Wahl zur Qual. Dabei dürfen wir so dankbar sein, dass unser demokratisches System es uns zutraut, gemeinschaftlich „Macht auszuüben“. Damit haben wir wirkliche Partizipationsmöglichkeiten, denn die Machthabenden sind an unsere Wahl gebunden. Spätestens in vier Jahren müssen die Regierenden unser Vertrauen wieder gewinnen. Mit einem Kreis von 
Vertrauten, die er um sich scharte, hat Jesus den sogenannten ‚neuen Weg‘ begonnen, denn so hieß die junge Kirche, die sich auf sein Wort hin bildete, in ihren Anfängen. In großem Gottvertrauen gingen die Frauen und Männer damals dafür oft ein großes Wagnis ein. Da musste schon Vertrauen untereinander herrschen. Auch in der Kirche heute geht viel, wenn Vertrauen geht. Wir erleben in diesen Tagen aber, dass die Kirche in unserer Gesellschaft das Vertrauen mehr und mehr verliert und auch der 
Vertrauensverlust der Gläubigen in die Kirchenführenden wächst. Was ist aus dem Kreis der Vertrauten für die Sache Jesu geworden? Denn viel geht auch verloren, wenn Vertrauen verloren geht. In unserer aufgeklärten Gesellschaft haben wir– vor allem auch wieder in der Pandemie - gelernt, dass nicht Gehorsam allein die notwendige, gemeinsame Basis bildet, sondern nur die vertrauensgestützte Akzeptanz aller. Führenden in Politik, Gesellschaft und Kirche muss man sich auch schon mal „anvertrauen“. Dies gelingt aber nur, wenn im Umkehrschluss auch allen Verantwortung zugetraut wird. Viel geht nach meiner Erfahrung in unserer Kirche im Positiven, wenn wir als ‚Kreis von Vertrauten‘ in gemeinsamer Verantwortung handeln können. Das 
Kirchenvolk muss sich immer wieder neu auf den ‚neuen Weg‘, den Jesus mit uns 
eingeschlagen hat, trauen. Die Führenden müssen es aber dem Kirchenvolk auch 
zutrauen und es wirklich mitbestimmen lassen, um immer wieder neu Vertrauen und neue Vertraute zu gewinnen. Viel geht, wenn Vertrauen geht! 
Wigbert Spinrath, Pastoralreferent

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

Severinusstraße 61-63
50354 Hürth | Hermülheim

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