Wort für die Woche

10.10.19 14:00

Herbstgedanken

Im Buch Kohelet heißt es im dritten Kapitel: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit (Vers 1)“

Nun ist Herbstzeit, der Oktober ist schon wieder halb vorbei. Dieser Monat steckt voll von Gegensätzen. Da empfinden wir zum einen die Traurigkeit über den Sommer, der nun endgültig zu Ende ist. Zum anderen freuen wir uns aber vielleicht auch schon auf den Advent mit seinem Licht und seinem besonderen Zauber. Die Tage und vor allem die Nächte werden kalt und dunkler, gleichzeitig leuchtet die Natur in den schönsten Farben und beschert uns oftmals noch einige Sonnenstunden.

Auch bei Kohelet finden wir in den folgenden Versen des dritten Kapitels viele Gegensätze, einige davon passen sehr gut zur Herbstzeit. In Vers 2 heißt es: „Es gibt eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen“. Nach der verdienten Ernte dürfen wir natürlich nicht vergessen, im Herbst Feld und Garten neu einzupflanzen, damit wir im nächsten Jahr wieder ernten können. Was für die Natur gilt, gilt auch für unser Leben. Welche Ernte habe ich bereits eingefahren und wo muss ich neue Samen legen? 

„Es gibt eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen (Vers 3)“. Verwelkte Pflanzen werden im Garten ausgerissen und Abgestorbenes zurückgeschnitten, somit wird Platz für den neuen Anbau geschaffen. Manchmal müssen auch wir die sprichwörtlich alten Zöpfe abschneiden, damit neue Ideen entstehen und neue Vorhaben in die Tat umgesetzt werden können. 

„Es gibt eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen (Vers 6)“. Die Natur entscheidet, was behalten werden muss und lässt los, was ihr zu viel Kraft raubt. Auch wir dürfen Manches los und gut enden lassen. Es ist oftmals schwer zu entscheiden, was bewahrt werden muss und was aufgegeben werden muss, weil es uns zu sehr hindert.

Natürlich erkennen wir gerade im Oktober, dass die Natur vergänglich ist. Aber wir wissen, dass sie im nächsten Frühjahr wieder zu vollem Leben erblühen wird.  Auch diese Zeit wird wiederkommen, denn – alles hat seine Zeit.

Kohelet erkennt, dass alles einen Sinn macht und einer höheren Ordnung folgt, denn „Gott hat das alles auf vollkommene Weise getan und alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. (Vers 11, 14)“. Seine Worte drücken volles Gottvertrauen aus und zeichnen dabei tröstliche Hoffnungsbilder.

So kann uns der Oktober unsere eigene Sterblichkeit ins Bewusstsein rufen, aber auch gleichzeitig – im Gegensatz – an unsere eigene Ewigkeit erinnern. Bei Kohelet deute sich schon an, was Jesus Christus uns zugesagt hat: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ 

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

Severinusstraße 61-63
50354 Hürth | Hermülheim

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