Wort für die Woche

15.04.21, 14:00

Der Fisch - ein Symbol mit Geschichte

Fisch (c) Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv

Im Evangelium dieses Sonntags wird berichtet, wie Jesus seinen Jüngern nach Ostern erscheint. Um den Jüngern zu beweisen, dass er kein Geist ist, isst er vor Ihren Augen einen Fisch.

Der Fisch spielt in der Bibel und auch im Urchristentum eine wichtige Rolle. Die Christen wurden ja während der ersten drei Jahrhunderte zeitweise verfolgt. Der Fisch diente ihnen dabei als geheimes Erkennungszeichen.

Wenn man sich nicht sicher war, ob der Fremde, der einem begegnete, ebenfalls ein Christ war, malten die Gläubigen etwa einen halben Fisch in Form eines Halbbogens in den Sand. War der Fremde ebenfalls Christ vollendete er das Zeichen zu einem ganzen Fisch. Auch ein Fisch an der Hauswand sah zunächst unverfänglich aus, wie eine Kinderzeichnung. Einem anderen Christen aber sagte dieses Zeichen: hier wohnt einer von uns. Manchmal wurden auch geheime Gottesdiensträume mit einem Fisch gekennzeichnet.

Warum aber wurde der Fisch zu einem Symbol für Christus und für die Christen? In der damaligen Zeit war Griechisch die Weltsprache wie heute Englisch. Auf Griechisch heißt Fisch: „Ichthys“. Die jeweils ersten Buchstaben der Worte des griechischen Satzes: Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser“ ergeben genau dieses Wort „Ichthys“.  So war das Symbol des Fisches ein bildhaftes kurzes Bekenntnis: „Ich glaube, dass Jesus Gottes Sohn und der Erlöser der Menschen ist.“

Als Erkennungszeichen der Christen hat der Fisch allerdings ab dem 4. Jahrhundert ausgedient. Denn seit 313 durften sich die Christen öffentlich zu ihrer Religion bekennen und mussten sich nicht mehr verstecken. Das Kreuz wurde danach zum zentralen Symbol der Christen  

Allerdings erlebt der Fisch als Erkennungszeichen der Christen seit einiger Zeit eine Renaissance. Seit etwa 40 Jahren findet man dieses Symbol vermehrt auf unseren Autos gemeinsam mit Aufklebern wie „Louisa on Tour“ oder „Atomkraft Nein Danke.“  Es ist ein dezenteres Zeichen als das Kreuz, durch das jemand sich als gläubiger Christ zu erkennen gibt. Gerade heute in einer weitgehend säkularen Umgebung ist dazu ja schon etwas Mut erforderlich.

Im letzten Satz des heutigen Sonntagsevangeliums ruft Jesus seine Jünger auf, seine Erlösungstat vor den Menschen zu bezeugen. Der Fischaufkleber auf dem Auto ist eine praktische Möglichkeit, wie wir das heute umsetzen können. Welche Möglichkeiten fallen ihnen ein?

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

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