„Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt“

Fünfzig Tage nach Christi Auferstehung feiern wir Pfingsten. In der ersten Lesung der heutigen Liturgie aus der Apostelgeschichte hören wir den Bericht: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen ... und erfüllte das ganze Haus ... Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apg 2, 1-4). Es ist einzigartig, dass die Redner, d.h. die Apostel, allesamt Galiläer waren, und dass die Zuhörer, die aus allen bekannten Orten des Mittelmeerraumes stammten, sie allesamt in ihrer jeweiligen Muttersprache hörten und verstanden (Apg. 2, 6-8). Das ist die wunderbare Wirkung des Heiligen Geistes: er macht Verständigung, Einheit, Zusammenhalten, Einklang und Harmonie, trotz der Vielfalt der persönlichen Anlagen, möglich.

Die entgegengesetzte Erfahrung war diejenige der Turmbauer von Babel, von der im Alten Testament die Rede ist (Gen 11, 1-9). Vom Kulturellen her, bildeten sie alle eine Einheit und sprachen dieselbe Sprache, konnten sich aber letztendlich nicht verstehen und mussten ihr Projekt abbrechen.

Das alles weist auf etwas für das menschliche Leben Wesentliches hin: Um das Verständnis, die Einheit und das Zusammenhalten zu erlangen und dabei standzuhalten, braucht es etwas, was nur Gott uns schenken kann, d. h. seinen Geist, den Geist, der die göttlichen Personen selber in ihrer wesentlichen Einheit zusammenhält. Und das ist der Heilige Geist, der Geist der Liebe. Er ist die persönliche und personhafte Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn. Ebenso kann nur die Liebe die wahre Einheit zwischen den Menschen ermöglichen und gewährleisten. Das ist die Liebe, die über alle Verschiedenheiten hinaus die Menschen zusammenführt und zusammenhält; die Liebe, die Versöhnung herstellt und den wahren Frieden aufbaut.

Wir sind uns alle bewusst, wie sehr wir dieser Versöhnung, dieses Zusammenhaltens und dieses Friedens bedürfen, um das wahre Glück zu erlangen. Und dies auf allen Ebenen: im Ehe- und Familienleben, in der Kirche, in Gesellschaft und Politik, im Kleinen und im weltweiten Kreis. Und gerade das ist es, was das Pfingstfest uns durch den Geist Gottes schenken möchte. „Jesus sagte noch einmal zu ihnen – hören wir im heutigen Evangelium –: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist.“ (Joh 20, 21-22).

Der Apostel Paulus drückt dasselbe mit anderen Worten in der zweiten Lesung, aus seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, aus: „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen ... und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.“ (1 Kor 12,13). Unser Auftrag und Lebensaufgabe, die uns das wahre Glück bringen wird, ist es, den Frieden Christi durch den Heiligen Geist in die Welt zu tragen. So beten wir in der heutigen Sequenz:

„Komm herab, o Heil’ger Geist, der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt...“

Amen.

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

Severinusstraße 61-63
50354 Hürth | Hermülheim

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