Kleiner Leitfaden Liturgie

09.11.19 12:00

Der Leib Christi

Hostie (c) Friedbert Simon, Pfarrbriefservice

Die Worte Jesu beim Abendmahl aus dem Korintherbrief (1 Kor 11,23-25) sind heute Bestandteil des Hochgebetes, also des vorbereitenden Gebetes vor der Austeilung der Kommunion. Jesus selbst  gab den Jüngern damals - und auch uns heute - den entscheidenden Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Indem wir das Mahl gemeinsam feiern, gedenken wir Jesu und seiner Hingabe für jeden Menschen aus Liebe bis zum Tod am Kreuz. Es meint aber noch viel mehr als das reine Gedenken. Es eröffnet eine andere neue Dimension, in die wir Menschen hineingenommen werden: In die reale Anwesenheit Jesu im Hier und Heute in den Gestalten von Brot und Wein.

Durch die gesprochenen  Worte des Priesters und die Kraft des Heiligen Geistes geschieht in der Messfeier eine Wandlung (Konsekration) von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi.

Zur Zeit Jesus bedeutete das Wort „Leib“ noch mehr als das, was wir heute unter dem Wort „Körper“ verstehen. Leib meinte damals die gesamte Person, die unverwechselbare Persönlichkeit eines Menschen. „Leib und Blut Jesu“ meint also mehr als nur den Körper, es meint die gesamte Persönlichkeit Jesu, sein Handeln, seine Botschaft und seine Liebe zu jedem Einzelnen. Wenn also in der Messfeier die Worte Jesu „Das ist mein Leib, das ist mein Blut“ wiederholt werden, dann bedeutet dies, dass Jesus mitten unter uns ist, so wie damals, als er mit seinen Jüngern zusammen war.

Die Konzilsväter schrieben nach dem Konzil von Trient (1545-1563):

„Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung genannt."

Es sind jedoch nicht die äußeren Eigenschaften von Brot und Wein, die sich verändern, sondern das innere Wesen und die Bedeutung für uns. Mit unseren Augen können wir Gott so nicht sehen. Wir können ihn im verwandelten Brot und Wein nur mit „neuen“ Augen sehen:

In diesem Stück Brot und in diesem Schluck Wein kommt uns der unfassbar große Gott entgegen. Jesus selbst hat sich für uns ganz hingegen. Er macht sich klein und möchte uns auf diese Weise ganz nahe sein, geradezu in uns sein, uns durchdringen und von innen heraus verwandeln. Wir empfangen Jesus im Brot und Wein und empfangen so diese Liebe Gottes. Denn er gibt sich uns im wahrsten Sinne des Wortes in unsere Hand. Er tritt in Kontakt mit uns und will eine Beziehung und Freundschaft mit uns.

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

Severinusstraße 61-63
50354 Hürth | Hermülheim

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