Corona, Kirche und ich

08.05.21, 12:00

Kirche – Corona und ich. Aus der Sicht des Kirchenmusikers

„Galileo Figaro – Oh mama mia, mama mia, mama mia, let me go! Beelzebub has a devil put aside for me, for me, for meee …!“ Sitze im Auto und singe laut. Diejenigen, die neben mir fahren oder an der Ampel halten, schauen herüber und denken: Guck mal –der Typ hat Spasseken, dem geht’s gut. Im Einklang mit sich selbst, macht das Beste aus der Situation.

Naja. Auf dem Weg nach Kendenich oder Alstädten/Burbach muss man im Auto laut singen, denn gleich ist Gottesdienst – und wenn ich ganz allein spiele an der Orgel, muss ich ja auch alles allein singen. Da kannste nicht mit einem Frosch im Hals ankommen. Aber es gibt viele, die mithelfen. Allen voran meine Starsopranistin Birgit: Gemeinsam haben wir viele viele Gottesdienste und Messen gestaltet – mit Literaturstücken, natürlich auch mit den Kirchenliedern. Immer ein Highlight! Oder Britta kommt mit dem Tenorsaxofon. Sie begleitet die Kirchenlieder, und wir spielen Stücke zur Gabenbereitung, Kommunion, zum Eingang und zum Auszug. Oder Nils an der Trompete … oder Leute aus den Chören.

Der Schwerpunkt meiner nebenamtlichen Tätigkeit als Kirchenmusiker sind Chorgesang und Blasmusik: Ich leite den Marienchor der Gemeinde St. Maria am Brunnen in Hürth-Alstädten/Burbach, den Geistlichen Chor und die Bläsergruppe St. Ursula – die beiden letztgenannten Gruppen sind an keine feste Gemeinde gebunden, sondern in Normalzeiten in verschiedenen Kirchen im Einsatz. Im Einsatz ist allerdings keine meiner drei Gruppen, denn – wie jeder weiß: Chorgesang und Blechblasmusik gelten als die schlimmsten Virenschleudern überhaupt – sodass wir seit einem Jahr keine Proben mehr hatten oder wenn, dann nur unter absoluten Hochsicherheitsbedingungen, alles sehr mühsam und nervig – und wenn man gerade ein bisschen Routine entwickelt hatte mit Maske, Zollstock, Desinfektionsplörre und ausgeklügelten Sitzordnungen, dann machte im Zuge der nächsten Welle ein generelles Verbot wieder alles zunichte.

Das Beste draus machen: Daher ist es sehr gut, dass so viele mitmachen. Für die Junge Messe an Palmsonntag haben wir mit dem Geistlichen Chor das Eishockey-Prinzip entwickelt. Ca. 12 Leute wollten mitmachen – alle haben sich unmittelbar vorher testen lassen – und immer drei kommen während der Messe für ein Lied nach vorn und singen – im Idealfall dreistimmig, aber auch unisono, also alle dasselbe. Maske ab, los geht’s. Danach Maske auf, wieder zurück auf die Bank. Bis der Trainer zum nächsten Einsatz winkt. Man muss sich natürlich trauen, seinen Alt-, Tenor- oder Basspart allein vorzutragen. Genau wie beim Video, dessen Chorstimmen wir im Dezember alle nacheinander einzeln aufgenommen haben, avanciert eine jede und ein jeder zur Solistin, zum Solist. Das hat nix mit der Idee Chor zu tun, im Gegenteil – aber dennoch ist das Ergebnis ein chorisches. Nach der Jungen Messe sagte eine Altistin: „Es war wirklich toll: endlich mal wieder Chorfeeling!“ Durchhalten – und ein großes Dankeschön an alle, die mitmachen!

 

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