6. Sonntag der Osterzeit

16.05.20 18:00

Mit Gottes Beistand Licht und Kraft aus der Auferstehung schöpfen

Die Osterzeit nähert sich, chronologisch gesehen, allmählich ihrem Ende zu. Am nächsten Donnerstag feiern wir Christi Himmelfahrt, vierzig Tage nach Seiner Auferstehung von den Toten. Zehn Tage später ist Pfingsten. Damit schließt sich im Kirchenjahr diese besondere Zeit, die auf Christi Auferstehung fokusiert ist: Mittelpunkt der ganzen Menschheitsgeschichte und Schlüssel zum Sinn des menschlichen Daseins und der ganzen Schöpfung. Sie hat das geheimnisvolle Leiden und den Kreuzestod Christi definitiv überwunden und stellt das zentrale Ereignis unseres Heils als Befreiung von Sünde und Tod dar. Aus der Auferstehung schöpfen wir eigentlich das ganze Kirchenjahr hindurch – und unser ganzes Leben lang – Licht und Kraft, um den Weg des wahren Friedens und Glücks zu folgen, den Christus uns gezeigt und vorgelebt hat. Dazu brauchen wir den Heiligen Geist, „der Herr ist und lebendig macht“, wie wir im Credo bezeugen.

Von Ihm – dem Heiligen Geist – sprechen schon die Abschnitte der Heiligen Schrift, die in der heutigen Sonntagsliturgie verkündet werden. Er ist der „Beistand“, von dem das Evangelium spricht, „der für immer bei euch – uns – bleiben soll“ (Joh 14, 16). „Er ist der Geist der Wahrheit“ (Joh 14, 17). Wie oft spüren wir im Leben, vielleicht im besonderem Maße auch heute, dass wir inneren Halt, Frieden, Trost, Langmut und Hoffnung brauchen! Wie oft erleben wir, in unserer Welt, in der Vielfalt von Meinungen, die oft auch diametral gegeneinanderstehen, dass uns Klarheit fehlt zu wissen, wie wir uns verhalten sollten! Nicht alle Meinungen stimmen mit der Realität überein; nicht alle sind wahr; ist die unsere wahr? Es täte uns gut, das zu prüfen; aber, mit welchem Maßstab? Da kommt uns Gott, der Liebe ist und sich für unser Wohl einsetzt, durch den Heiligen Geist entgegen, den Geist der Wahrheit. Danken wir Gott für diese Gabe und bitten Ihn, Er möge uns helfen, Ihm gegenüber offen zu sein, wie Maria. Durch ihre Offenheit und Bereitschaft konnte der Heilige Geist in ihr Großes wirken. 

Neben diesem Gebet können wir damit anfangen, die kleinen Wahrheiten, die unzweifelhaft sind, in unserem täglichen Leben umzusetzen. Z. B. ist es klar, dass es besser ist, unsere Mitmenschen zu respektieren und ihnen gegenüber freundlich zu sein, als es nicht zu tun. Es ist besser, den anderen bei ihren Bedürfnissen beizustehen, als sie zu ignorieren. Es ist besser, gewissenhaft und ehrlich zu arbeiten und mit den anderen umzugehen, als unverantwortlich zu agieren. Wenn wir mit diesen oder anderen ähnlichen Punkten beginnen, dann werden sich auch manche, die anfangs dunkel waren, allmählich klären.

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zur ersten Lesung. Die Apostelgeschichte gibt uns Auskunft über die Sakramente. In Samarien hatten einige das Wort Gottes angenommen und die Taufe im Namen Jesu empfangen, aber der Heilige Geist war noch nicht auf sie herabgekommen. Daraufhin beteten die Apostel für sie und legten ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist (Apg 8, 15-17). Die Firmung vervollständigt die Taufe. Sie findet statt durch Gebet und Handauflegung der Apostel, bzw. ihrer Nachfolger.

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

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