Laetare - Freut Euch!

21.03.20 21:00

Predigt zum 4. Fastensonntag: Laetare - Freut Euch!

Der heutige Sonntag wird Laetare - Freut Euch! genannt, weil die Liturgie uns zur Freude einlädt. Auf dem Fastenweg hin zu Ostern, steht heute das Licht im Fokus. Letzte Woche Wasser, heute Licht, nächste Woche Auferstehung. All dies Elemente der Taufe, dem Grundsakrament, das ursprünglich in der Ostervigil, der Osternacht, gespendet wurde. Durch die Taufe haben wir Zugang zum Leben im Geist Gottes, das uns durch Christi Tod und Auferstehung ermöglicht wurde: Leben im Licht der Wahrheit, der Liebe und des Friedens. Darin besteht die Schönheit und die Freude des Glaubens, deshalb Laetare - Freut Euch!

In der ersten Lesung aus dem ersten Buch Samuel geht es um die Salbung Davids durch den Propheten Samuel. Gott hat David, den Jüngsten, der nicht als würdig empfunden wurde, beim Besuch des Propheten Samuel anwesend zu sein und stattdessen die Schafe hüten musste, vor seinen Brüdern als König seines Volkes auserwählt. „Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“ (1 Sam 16, 7b). So sieht der Herr auf unsere Herzen, die durch die Gabe des Glaubens den Sinn des Lebens erkennen. Er sendet uns als Zeugen seiner Liebe in die heutige Welt, die in der schwierigen Stunde, die sie derzeit durchmacht, das Licht der Güte, der Gerechtigkeit und der Wahrheit als Zeichen der Hoffnung nötig hat.

In der zweiten Lesung aus dem Epheserbrief stellt der Apostel Paulus Finsternis und Licht in ihrer Gegensätzlichkeit dar. Eigentlich geht es ums Licht, und die Finsternis ist dessen Verneinung, das Fehlen des Lichtes. Wo kein Licht ist, dort ist Finsternis, Dunkelheit. „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden“ (Eph 5,8a). Das hat die Taufe in uns gewirkt. Deshalb fährt Paulus fort: „Lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.“ (Eph 5,8b-9).

Das heutige  Evangelium erhellt, wie das geschieht: Jesus schenkt dem von Geburt an Blinden die Gabe des Sehens, die es ihm erstmalig ermöglicht, das Licht zu sehen und dank diesem Licht all das Schöne der Welt zu sehen,  zu betrachten, ja zu bestaunen.
Die Heilung ist lediglich das äußere Zeichen einer tieferen und entscheidenden Realität: das Licht des Glaubens, welches das Leben selbst und seinen Sinn offenlegt und beleuchtet. Das Licht des Glaubens, in der Taufe empfangen, ermöglicht uns, die Antworten auf die fundamentalen Fragen unseres Lebens zu finden: Wer bin ich? Woher komme ich? Auf welches Ziel gehe ich zu? Und die daraus folgenden Fragen: Was ist meine Aufgabe in dieser Welt? Was muß ich darum tun und wie handeln? Die Moral, die aus dem Glauben erwächst, ist kein Moralismus, sondern eine aus dem Inneren hervorkommende, dankbare und liebende Antwort bis zur letzten Konsequenz auf das freie Geschenk der Liebe Gottes, die in der Tat Christi klar auftritt: nämlich, dass der Blinde sieht.

Wieso sehen das die Pharisäer nicht ein? Wieso sind sie, die doch sehen, blind? Weil sie nicht glauben wollen, weil sie sich selbst der Wahrheit verschließen, so offensichtlich sie auch sein mag. Der geheilte Blinde versteht nicht, dass menschlicher Stolz und Eigensinn so weit kommen können. Dieses Drama des heutigen Evangeliums setzt sich in der Menschheitsgeschichte fort: ein Widerspruch von Finsternis und Licht. Die Kinder des Lichtes haben darin eine entscheidende Aufgabe. Sie sind Zeugen des Lichtes. Je klarer im Leben der Gläubigen die Liebe, die Güte, die Gerechtigkeit und die Wahrheit erstrahlen, desto größer ist ihr Beitrag, damit auch andere jenes Licht finden, das den Sinn auch ihres Lebens eröffnet. 

AMEN.

Katholischer Kirchengemeindeverband Hürth

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